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Begriff

EBM steht für "Electronic Body Music" seit Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Außerhalb Europas ist dieser Begriff erst Mitte/Ende der 80er geläufig - hier herrschte die Einteilung in Industrial und Electro vor

Herkunft

Mit diesem Begriff in Zusammenhang stehend wird "Front 242" genannt, eine belgische Band, die seit Anfang der 80er Jahre aktiv ist und auf einem Ihrer Alben ("No comment", 1984) diesen Begriff höchstwahrscheinlich erstmals gebraucht haben. Da diese Band sowohl diesen Ausdruck prägte als auch musikalisch wegweisend war, wird Belgien als Herkunftsland verstanden. Begrifflich gesehen gibt es einen weiteren Zusammenhang, den die deutsche Gruppe "DAF" (= "Deutsch-Amerikanische-Freundschaft" -> war seinerzeit überwiegend für Elektro-Punk bekannt) bereits 1980 in einem Interview kund tat: dort beschrieben sie ihre eigene Musik als "Körpermusik", was sich mit "body music" übersetzen ließe. Musikalisch galt "DAF" als wichtige Inspiration der späteren "Front 242".

Erscheinungsbild

Abstrakte Cover mit neuartigen künstlichen Motiven, Aufnahmen von Maschinen, grob-pixelige Vergrößerungen von Bildern/Collagen oder symbolische Darstellungen von Zahnrädern, Hämmern oder Arbeitern zierten ab da viele Plattencover. Teilweise mit viel Mühe und Hingebung gestaltet, erschienen viele dieser Cover geradezu als Augenweide gegenüber den herkömmlichen mit Fotos versehenen Alben anderer Musikrichtungen.

Gerade die Maschinensymbolik wurde fester Bestandteil der gesamten Szene, so dass auch auf der Kleidung dieses Thema übernommen wurde. Damit einhergehend war ein martialisches Auftreten, unter anderem verdeutlicht durch Springer-/Kampfstiefel, Tarnkleidung, Brikett-Haarschnitt (= "Flat" oder "Crew-Cut"), Bomber- oder Lederjacken, Muskelshirts mit oder ohne Hosenträger und entsprechende Symbolik wie Frakturschriften, Kampfruf-ähnliche Ausrufe und Pogo-Tanzen. Auch wenn speziell der Pogo (auch "Fighting" genannt) zumeist einem gemäßigten 2- bis 4-Schritt-Tanz wich, so blieb doch der teilweise äußerst provokante Auftritt erhalten, der nicht selten einen politisch-rechtsgerichteten Ausdruck suggerierte. Die anfänglich mangelnde Distanzierung der Protagonisten davon oder eine eindeutige Stellungnahme blieb oft aus, sodass sich dieses Vorurteil lange hielt und erst in der Folgezeit durch klare Aussagen einiger Bands (z.B. "Prager Handgriff") widerlegt wurde.

Mittlerweile haben sich Stile, Genres und Einflüsse derart stark vermischt, dass verallgemeinert auch von der "schwarzen Szene" (selbige wurde in den Anfangszeiten strikt getrennt von der EBM-Szene betrachtet!) gesprochen wird, wobei natürlich die "alten" Ausdrucksformen durchaus noch gebräuchlich sind und dann meist als "Old-school" klare Hinweise auf die musikalischen Vorlieben geben. Die weite Bandbreite brachte lange Haare, Leder- und Bondagekleidung mit sich, teilweise gepaart mit mittelalterlich anmutenden Outfits. Neben technoiden Varianten sind ebenso New- /Darkwave-Gestaltungen zu finden, wie auch "ganz normal" gekleidete Anhänger. Eine hohe Toleranz und Offenheit sind zwei wesentliche Merkmale der Szenemitglieder.


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